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Ohne Pilz nix los: Steinpilz & Co. für Wälder überlebenswichtig

Bericht der Naturwald Akademie

Ohne Pilze ist im Wald nicht viel los

Der Wald hat immer Pilzsaison: Die meisten Bäume können nämlich nur existieren, weil sie im Wurzelwerk einen Tauschhandel mit Pilzen eingehen. Für Zuckersaft versorgen diese die Baumriesen mit Nährstoffen, Wasser und Antibiotika.

Wenn im Spätsommer die Pilzsammler in die Wälder strömen, kommen vermutlich nur die wenigsten von ihnen auf den Gedanken, dass die Pfifferlinge, Steinpilze und Braunkappen in ihren Körben nur einen winzigen Prozentsatz des eigentlichen Pilzvorkommens darstellen. Die kulinarischen Leckerbissen sind nämlich nichts anderes als die kleinen Fruchtkörper riesiger Pilzgeflechte, die das Erdreich durchziehen und den Bäumen, Sträuchern und Kräutern des Waldes auf vielfältige Art das Überleben sichern.

„Eine tausendjährige Linde ist ohne Pilze überhaupt nicht vorstellbar“, schreiben Markus Blaschke und Alexandra Nannig von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und benennen gleich vier Pilzgruppen, die im Lebenszyklus des Baumes eine entscheidende Rolle spielen. Die Streuzersetzer, welche die heruntergefallenen Blätter und Zweige des Baumes in Humus umwandeln. Die Blattparasiten, welche regelmäßig das frische Grün der Linde befallen und auf diese Weise ihr Wachstum bremsen. Die holzzersetzenden Pilze, die den Kern des Baumes aushöhlen und Lebensraum für Vögel und Insekten schaffen. Sowie die sogenannten Partner- oder Mykorrhizapilze des Baumes.

Hexenröhrling und Linde – Eine Partnerschaft auf Lebenszeit

Vom späten Frühjahr bis in den Herbst hinein wachsen im Schatten der Linde zum Beispiel der bis zu 20 Zentimeter hohe Netzstielige Hexenröhrling und der cremefarbene Mehlräsling. Beide Pilzarten sind für Sammler eher uninteressant. Die Linde dagegen lebt im Wurzelwerk mit ihnen und anderen Pilzen jahrhundertelang in einer engen Partnerschaft, die Fachleute als „Mykorrhiza“ bezeichnen.

Die Pilze umhüllen dabei die Feinwurzeln des Baumes mit einem dichten, watteartigen Gewebe aus Zellfäden. Diese Ummantelung ist so engmaschig, dass Pilz und Baum Nährstoffe untereinander tauschen können. Die Linde gibt einen kleinen Teil ihres durch Photosynthese gewonnenen Zuckers an die Pilze und erhält dafür im Gegenzug Wasser und verschiedene Mineral- und Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Calcium. Diese Stoffe hat der Pilz zuvor mit seinen Zellfäden aus den kleinsten Bodenporen gesogen.

Eine bewährte Versorgungsstrategie

Die Versorgungsstrategie „Pilze als Partner“ ist so erfolgreich, dass weltweit 90 Prozent aller Landpflanzen auf diese Symbiose setzen ­– vor allem jene, die auf nährstoffarmen Böden wachsen. Viele Bäume und Sträucher decken mithilfe ihrer Partnerpilze sogar bis zu 80 Prozent ihres Stickstoff- und Phosphorbedarfes. Daher überrascht es auch kaum, dass etwa ein Drittel der mehr als 6100 in Deutschland heimischen Großpilzarten zu den Partnerpilzen zählen. Unter diesen Arten befinden sich wertvolle Speisepilzen wie Trüffel und Steinpilze, aber auch Giftpilze wie der Knollenblätterpilz oder der Satansröhrling.

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